Männerballett un´ Fründe - woher?


Es ist nunmehr über 30 Jahre her, dass sich aus der damaligen katholischen Jugend ein Männerballett formierte, um als Eigengewächs auf der KaJuJa aufzutreten. Zwei der Tänzer waren noch Kinder, der Rest nicht viel älter als 16 Jahre. Tänzerisch eher durchwachsen, wurde der größte Effekt durch gewagte Kostüme und eifrigem Mut antrinken erzielt.

Unvergessen der Auftritt der Neger, den auch der Hausmeister der Aula, Herr Livree nicht vergaß. Ein Mitglied Namens Habakuk war so engagiert, dass er sich auch unter den Füssen schwarz schminkte und so sah dann auch der Teppichboden im Foyer der Aula aus. Es folgten einige Jahre des Kajuja-Ballett bei denen auch andere Sitzungen in den Genuss der Vorführungen kamen, bis nach einer, wie wir meinten schönen Nacht die Kajuja-Sitzung von der Gemeinde aufgrund des Saalzustandes am nächsten Morgen gecancled wurde. Damals eine für uns nicht nachvollziehbare Maßnahme. Heute muss man sagen: “Danke, liebe Gemeindeverwaltung!”

Es war der 06.01.1988, als im Wohnzimmer von Andy Reif von einigen Mitgliedern des Kajuja-Ballett der erste Kostümball innerhalb von Stunden aus dem Boden gestampft wurde. Wer dabei war im Saal Reckenstein, wird es nie wieder vergessen. Morgens um sechs wurden an der Kreuzung B55/Leppestrasse mitten auf der B55 zwei wankende Gestalten gesichtet. Einer im Einkaufswagen (Rolf Ley), der andere schiebend (Stefan Groneuer). Wer hätte damals gedacht, dass Rolf eines Tages zum GO (Great Organisator) des Kostümballs und Groni eifriger Tänzer des Männerballett würde? Die anderen verbleibenden Gestalten brieten (ist das gramatikalisch richtig?) bei Andy Reif noch Eier. Den Schlüssel für den Reckenstein holten wir dann am Mittwoch vom Fundamt der Gemeinde ab!

Es folgten noch ein Jahr im Reckenstein bevor dieser abgerissen wurde und dann zwei Jahre in der Schützenhalle Kaltenbach. Das Tanzen fiel in dieser Zeit flach, da wir mit der Organisation und der Bewirtung der Gäste ausreichend zu tun hatten. 1990 wurde der Verein in seiner jetzigen Form gegründet. Gründe hierfür waren zum einen haftungsrechtliche Gründe, zum anderen die Tatsache, dass wir im ortsansässigen Karnevalsverein trotz vieler Annäherungsversuche von beiden Seiten keine adäquate Heimat fanden. Zu verschieden waren die Auffassung von und die Anforderungen an den Karneval. So entschlossen wir uns zu unserem eigenen Weg. Und das ist gut so!!

Die nächsten zwölf Jahre des Vereins waren geprägt von vielen Vereinsbeitritten, die auch zu einer erheblichen Verbreiterung unserer Aktivitäten führten. Zwischenzeitlich führten wir in gewohnter Weise den Kostümball mit nahezu 500 Gästen durch, bauten einen großen Wagen für den Rosenmontagszug und hatten ein “Männerballett” welches einige Monate im Jahr durch Elke Sassenhausen als Trainerin begleitet qualitativ hochwertige Tanzerei bot.

Die Jahre 2003 und 2004 waren für unseren Verein nicht die leichtesten. Die meisten der sogenannten “Funktioner”, das sind die Entscheider im Verein mit Funktionen sind verheiratet, haben Kinder und einen Job, der uns wesentlich mehr Zeit raubt, als das früher der Fall war. Dann machte sich allgemein im Sitzungskarneval ein enormer Rückgang bei den Besucherzahlen bemerkbar, der auch uns nicht verschonte. Wir kamen also an den Punkt zu entscheiden, ob wir noch auf der richtigen Linie sind und ob unser Verein noch Bestand hat. Um es vorweg zu nehmen: Er hatte und hat!! Nachdem wir uns der Ursachen klar waren, haben wir uns auf die Fahne geschrieben, wieder zu dem zurück zu kehren, woher wir kamen. Nämlich im Rahmen des uns möglichen wieder präsent zu sein. Wieder Alternative zum Traditionellen Karneval zu sein, ohne diesen jedoch in Frage zu stellen. Ganz nach dem Motto: Jede Jeck is anders!

Am 28.01.2005 machten wir dann einen Schnitt mit dem Kostümball als Sitzung. Nach 18 Jahren kein leichter Schritt. Auf der anderen Seite war uns klar, daß der Sitzungskarneval im 400-Personen-Bereich stirbt, bzw. schon so gut wie tot ist. Und wie heißt es so schön: Wenn das Pferd tot ist - steig ab! 11.02.2006 Kostümball der 19. Und es klappt! Das neue Format kommt an. Wir begrüßen auf dem neuen Kostümball wieder Gäste, welche uns einige Jahre schon nicht mehr besucht hatten. Alles in allem eine fast schon unspektakuläre Veranstaltung. Alles feiert und lacht. Fäädich. Wir sind also wieder da mit unserem Kostümball. Leider löst sich aber in diesem Jahr auch das Männerballett (die tanzende Truppe) auf, da neben Job und Familie vielfach die Zeit für das aufwendige Training fehlt.

Nun sind wieder zwei Jahre ins Land gegangen. Es gibt den Kostümball immer noch. Und es gibt noch den großen Wagen. Und nicht zuletzt auch die ersten kleinen Zeichen einer sich neu formierenden Tanztruppe. Also ist alles beim alten und darum will ich diese Seite auch nicht weiter strapazieren. 2008 ging ein Ruck durch den Verein. Zum einen mussten wir den Tod von Franz betrauern, zum anderen legte der seit Vereinsgründung amtierende Präses Schorsch sein Vorstandsamt nieder. Neuer Vorsitzender wurde Rolf Ley, der ja bereits als GO für den Kostümball seit Jahren großes Organisationsgeschick zeigt. Von daher ist alles in trockenen Tüchern und die Session 2009 kann kommen.

2009 kam und die Session 2010 ist mittlerweile auch rum. Der Kostümball fand wieder statt, auch wenn wir uns vorwerfen lassen müssen, nicht genug Werbung gemacht zu haben. Außerdem fällt mir beim schreiben auf, dass die letzte Aktualisierung der Seite schon zwei Jahre her ist. Da muss ich in der Zukunft deutlich näher dran. Auch in den letzten zwei Jahren bauten wir wieder einen großen Wagen, haben uns aber noch um einen Handwagen erweitert und brauchen so als Gruppe mit über 50 Teilnehmern einen ganz schönen Raum im Zug. Ansonsten sind wir ein derart eingespieltes Team geworden, dass es nicht viel spannendes zu berichten gibt. Außer, dass das Tanzen immer wieder ein Thema ist. Mal sehen was so kommt.

Da sind wir nun angelangt und alles weitere steht auf der Seite “Wohin”.